
Wir sprechen oft davon, eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen, aber genau zu erklären, was dieser Begriff bedeutet, ist nicht einfach. Das mag daran liegen, dass es keine allgemein gültige Definition gibt. Am einfachsten lässt sich eine Kreislaufwirtschaft als das Gegenteil der linearen Wirtschaft beschreiben, die unsere Welt bisher geprägt hat. Das heißt, wir entnehmen der Natur Ressourcen, um neue Produkte herzustellen, nutzen diese, werfen sie dann weg und produzieren wieder Neues.
In einer Kreislaufwirtschaft wendet man sich vom „Wegwerfprinzip“ ab. Man nutzt bereits vorhandene Ressourcen, verlängert die Lebensdauer von Produkten durch höhere Qualität und Reparaturen, verwendet Materialien so weit wie möglich wieder und recycelt schließlich so viel wie möglich, wenn das Produkt seinen Zweck erfüllt hat.
Die Bau- und Immobilienbranche steht vor einer gewaltigen Aufgabe, wenn es darum geht, vom linearen zum zirkulären Modell überzugehen. Im Jahr 2020 war die Baubranche für ein Fünftel der Treibhausgasemissionen Schwedens, ein Drittel des Energieverbrauchs und zwei Fünftel des anfallenden Abfalls verantwortlich.
Im Lebenszyklus eines Gebäudes entsteht etwa die Hälfte der Emissionen während der Bauphase. Betrachtet man diese Emissionen im Rahmen der Bauphase eines Neubaus, so entfallen 80 bis 85 % der Emissionen auf die Herstellung der Baumaterialien. Grob vereinfacht gesagt spielt also die Materialauswahl eine entscheidende Rolle dabei, wie hoch oder niedrig die Emissionen eines Gebäudes ausfallen.
Es gibt keine einheitliche Antwort auf diese Frage, doch der Übergang von linearen zu zirkulären Materialien ist Teil der Lösung. Wir bewegen uns dahin, wo immer möglich, verstärkt biobasierte Materialien wie beispielsweise Holz anstelle von Stahl und Beton zu verwenden, was ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Herstellung von Stahl- und Betonprodukten ist oft mit hohen CO₂-Emissionen verbunden. Allerdings bedeutet dies, dass wir ein lineares Material gegen ein anderes austauschen. Die Herstellung von Holzbaustoffen bedeutet, dass Wälder, die CO₂ speichern, abgeholzt werden, um anschließend einen Herstellungsprozess zu durchlaufen, der Emissionen verursacht. Oftmals, um beispielsweise zu Bauplatten oder Balken verarbeitet zu werden.
Eine zirkuläre Materialauswahl hätte stattdessen bedeutet, sich nach dem umzusehen, was uns heute zur Verfügung steht, und sich so von der Verwendung von Neumaterialien (Materialien, die noch nie zuvor verarbeitet, verwendet oder recycelt wurden) zu lösen. Ein Beispiel hierfür ist die Wahl einer Bauplatte aus recyceltem Material, beispielsweise aus Abfall, wo dies möglich ist. Auf diese Weise bewegt man sich weg von der ausschließlichen Verwendung von neuwertigen und linearen Materialien hin zur Nutzung zirkulärer, recycelter Materialien. Lineare Materialien wie beispielsweise Holzwerkstoffplatten werden immer benötigt werden, da das Material mehrere technische Vorteile bietet, aber große Gewinne können erzielt werden, indem man es, wo dies machbar ist, durch zirkuläre Materialien ersetzt.

Unsere Packwall-Platten aus 100 % recyceltem Verpackungsabfall verwandeln eine verbrauchte Ressource in eine Bauplatte, die holzbasierte Alternativen wie Sperrholz und OSB kompromisslos ersetzen kann. Und das bei 80–90 % weniger CO₂-Emissionen. Dies verdeutlicht die Vorteile der Wahl zirkulärer Materialien gegenüber linearen. Da die Herstellung von Baumaterialien 80–85 % der Emissionen ausmacht, die mit dem Bauprozess eines Neubaus verbunden sind, hat die Wahl zirkulärer Materialien einen großen Einfluss auf die gesamte Umweltbilanz Ihres Projekts.