Als Alternative zu OSB und Sperrholz – wofür soll man sich entscheiden?

6. Mai 2026
Robert Falvin
OSB-Platten und Sperrholz sind seit langem die Standardwahl für Innenwände. Heute gibt es jedoch mehr Alternativen. In diesem Leitfaden gehen wir auf die Unterschiede hinsichtlich Preis, Leistung, Haltbarkeit und Einsatzmöglichkeiten ein. Wir untersuchen auch, wie moderne Bauplatten traditionelle Materialien ersetzen können, ohne Kompromisse bei der Funktion oder der Befestigung einzugehen.

Sperrholz

Sperrholz ist ein fester Bestandteil von Wandsystemen in Schweden und weltweit. Es ist ein bewährtes Material mit hoher Schraubfestigkeit, Tragfähigkeit und Flexibilität. Dank dieser Festigkeit und Tragfähigkeit kannst du relativ schwere Gegenstände wie Möbel, Regale oder einen Fernseher an der Wand befestigen. Die Flexibilität einer Sperrholzplatte liegt darin, dass du nicht nach einem Lattenrost suchen musst, sondern den Gegenstand an einer beliebigen Stelle an der Wand befestigen kannst.

Im Gegensatz dazu ist Sperrholz im Vergleich zu den Alternativen ein relativ teures Material. Zudem wird etwa die Hälfte aller Holzwerkstoffplatten in Schweden importiert, obwohl wir über eine bedeutende Forstwirtschaft verfügen. Das bedeutet, dass Sie eine Platte kaufen, die nicht nur in Kronen und Ören, sondern auch in CO₂ teuer ist. Ein Teil wird aus benachbarten europäischen Ländern importiert, ein wesentlicher Teil jedoch auch aus Brasilien und Asien.

OSB

OSB ist eine weitere Holzwerkstoffplatte, die häufig in Innenwandsystemen zum Einsatz kommt, meist hinter einer Gipsschicht. Sie gilt oft als kostengünstige Alternative, da sie billiger ist als beispielsweise Sperrholz. Das macht sie beliebt bei Neubauten und größeren Projekten, bei denen die Kosten niedrig gehalten werden müssen. Allerdings verfügt eine OSB-Platte nicht über die gleiche Schraubfestigkeit und Befestigungsmöglichkeiten wie beispielsweise Sperrholz, da die Griffigkeit schlechter ist. OSB-Platten sind zudem etwas feuchtigkeitsempfindlicher. Daher ist es wichtig, sie in feuchten oder nassen Umgebungen ordnungsgemäß zu schützen. Um eine Beschädigung und Schimmelbildung zu verhindern, sollten sie fachgerecht verlegt und abgedeckt werden. Es ist auch wichtig, je nach Feuchtigkeitsbelastung und anderen Faktoren die richtige Art von OSB-Platten für verschiedene Anwendungen zu verwenden.

Packwall – eine zirkuläre Alternative

Die Packwall-Platte ist unsere Alternative zu Sperrholz und OSB. Die Platte wurde für den Einsatz in allen Innenwandkonstruktionen entwickelt, in denen sonst Sperrholz oder OSB verwendet wird. Packwall wird von Recoma hergestellt und besteht zu 100 % aus recyceltem Verpackungsabfall. Dadurch weist das Material einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck auf als sowohl OSB als auch Sperrholz, mit etwa 80–90 % geringeren CO2-Emissionen. 

Was die Schraubfestigkeit angeht, liegt Packwall knapp hinter Sperrholz, aber noch vor OSB. Im Gegensatz zu OSB ist die Platte schimmelresistent. Außerdem verzieht sich die Platte nach der Montage nicht, sodass man keine Spielraum einplanen muss, wie es bei holzbasierten Alternativen sonst erforderlich ist. 

Die Platte hat einen weiteren Vorteil, den weder OSB-Platten noch Sperrholz bieten, nämlich die Schalldämmung. Mit unserer Packwall-Platte erhöht sich die Schalldämmung um bis zu 13 dB im Vergleich zu Sperrholz und um 15 dB im Vergleich zu OSB-Platten. 

Was die Materialkosten angeht, ist unsere Packwall-Platte im Allgemeinen günstiger als Sperrholz, aber teurer als OSB. Dennoch ist es oft kostengünstiger, mit Packwall zu bauen. Das liegt daran, dass weniger Plattenmaterial benötigt wird, um die gleiche Schall- und Brandschutzklasse zu erreichen.